Als ich kürzlich den Besitzer eines großen Meraner Unternehmens (nein, ich werde den Namen nicht nennen…) getroffen habe, hat dieser mir erklärt: „Ums Marketing kümmert sich meine Tochter, die versteht etwas davon.“ „Ok, das war’s also“, denke ich mir in diesem Moment und wenig später stößt auch die Tochter zu uns. Sie sieht hervorragend aus, trägt ein rotes Kleid, das nicht so recht zum Umfeld passen will, trotzdem aber wunderschön ist. Ich stehe auf, um sie zu begrüßen und sie sagt zu mir: „Guten Tag, Herr Bucci, endlich lerne ich sie kennen!“ Sie verfolge, sagt sie, Genetica schon seit langem: „Ich habe mich sehr darauf gefreut, Sie kennenzulernen!“ Dann kommt sie auf mich zu, umarmt mich vor ihrem Vater und flüstert mir ins Ohr: „Helfen Sie uns…!“

Ich weiß, ich weiß… Sie wollen wissen, wie die Geschichte weitergeht, aber das erzähle ich Ihnen erst später. Erlauben Sie mir zuerst, einen Schritt zurück zu machen und auf die Tatsache hinzuweisen, dass eine ganze Menge Unternehmer noch nicht verstanden haben, dass sich die Zeiten geändert haben. Sie reden immer noch von Krise. Das ist, glauben Sie mir, nichts Neues, sondern etwas, was es von Anbeginn der Zeit gibt. Schon Charles Darwin hat darauf hingewiesen, dass nicht die intelligenteste oder stärkste Spezies überlebt, sondern die, die sich am besten an ihr sich änderndes Umfeld anpasst. Nach Darwin ist der Schlüsselbegriff demnach „Anpassung“. In der Naturwissenschaft beschreibt dieser Begriff die Fähigkeit einer Spezies, sich physiologisch, anatomisch und verhaltenstechnisch so verändern zu können, dass sie sich der Veränderung ihres Habitats anpassen kann.

Wenn nun Unternehmer die Veränderung ihrer Umwelt und ihres Umfeldes mit Krise verwechseln, kann dies verheerende Auswirkungen haben. Es ist einer der Gründe, warum sich Menschen über 50 Jahren schwer tun, einen Posten als CEO zu finden. Und es ist einer der Gründe, warum es Verwaltungsräte gibt, in denen das Core Business jenes ist, die Vision des eigenen Unternehmens weitsichtig an die Veränderungen der Welt anzupassen.

„Anpassung“ ist damit ein Schlüsselbegriff nicht nur in der Naturwissenschaft, sondern auch in der Wirtschaft: Produkte müssen sich anpassen, Märkte, Mitarbeiter, das Marketing. Es gibt heute zu viele Unternehmen, deren Marke veraltet, deren Philosophie nicht präzise formuliert, deren Produktpalette nicht kohärent ist und denen es an Mitteln fehlt, mit der Zielgruppe in Kontakt zu treten. Es fehlt an Analyse-Systemen um zu wissen, ob die eigene Strategie nun ein Schlag ins Wasser oder die Idee des Jahrhunderts ist, es fehlt an Systemen, um einmal gewonnene Kunden zu halten, sie zu animieren, neue Produkte zu kaufen oder einfach mehr davon. Es fehlt an automatisierten Mechanismen zur Kundenbindung, an regelmäßiger Ansprache, gezielter Kommunikation und an automatisierten Prozessen zur korrekten Positionierung am Markt.

Die Entdeckung des Feuers vor rund eineinhalb Millionen Jahren hat das Schicksal des Homo Erectus entscheidend verändert. Plötzlich stand gekochtes, gebratenes Fleisch auf seinem Speiseplan, das leichter zu verdauen war und vom Körper schneller verwertet werden konnte. Das hat sich wiederum auf die Physis unserer Vorfahren ausgewirkt, die bis dahin auf langes Kauen ausgerichtet war. Es wurde mehr Platz für das Gehirn geschaffen, das nun wachsen konnte.

Damals, vor eineinhalb Millionen Jahren, hat es solche gegeben, die die Vorteile der neuen Entdeckung sofort erkannt und genutzt, sich also angepasst haben. Und es gab solche, die weiter rohes Fleisch verzehrt haben. Bis zu ihrem Ende. Die Frage ist also: Haben Sie sich entwickelt und angepasst? Oder essen Sie immer noch rohes Fleisch? Ok, ich sehe immer noch Menschen, die in Anzug und Krawatte im Restaurant sitzen und rohes Fleisch essen, aber darum geht es nicht. Wir verstehen uns schon…

Und für alle die, die diesen Artikel nur gelesen haben um zu erfahren, wie die Geschichte mit der schönen Unternehmers-Tochter im roten Kleid ausgegangen ist: Sorry, das war eine reine Erfindung, um Sie zum Lesen anzuregen, ein Griff in die Zauberkiste der Psychologie, denn wir alle haben das Bedürfnis zu erfahren, wie eine Geschichte endet. Selbst dann, wenn der Film furchtbar ist. Also: Tut mir leid, dass ich diese erfundene Geschichte an den Anfang gestellt habe, aber… nicht alle nähern sich von selbst dem Feuer und kosten vom gebratenen Fleisch…

Autor Gaetano Bucci

Credo nell’equità distributiva del mercato, nella qualità, nella bellezza e nella logica delle scelte. Ecco perché ho creato quest’azienda.

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